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„Wie soll es weitergehen?“
Wie der soziale Kahlschlag den Trägern das (Über)Leben schwer macht

Das Geld ist knapp. Das hören und spüren wir alle jeden Tag. Sparen ist angesagt. Zuschüsse werden gekürzt oder gestrichen, Leistungen abgeschafft, Projekte nicht verlängert. Was zählt, sind Effizienz und Wirtschaftlichkeit. Das gilt auch dann, wenn es um die Beschäftigung, Qualifizierung und Integration von Erwerbslosen geht. Das Ziel von Politik und Gesellschaft ist klar: Jeder Arbeitslose soll möglichst schnell wieder in den sogenannten ersten Arbeitsmarkt, also reguläre Arbeitsverhältnisse, vermittelt werden.
So weit die Theorie. Dass die Praxis anders aussieht, hat die Politik nicht davon abgehalten, am 23. September 2011 mit der „Instrumentenreform“ einen regelrechten „sozialen Kahlschlag“ zu beschließen. Betroffen von den massiven Kürzungen sind in erster Linie Langzeitarbeitslose. Menschen, die nicht ohne weiteres auf dem ersten Arbeitsmarkt integrierbar sind. Auch diese Menschen haben ein Recht auf Arbeit, auf gesellschaftliche Anerkennung, einen strukturierten Tagesablauf und soziale Kontakte. Doch die Arbeitsgelegenheiten, in denen Pro Arbeit Langzeitarbeitslose in einem geschützten Rahmen trainiert und beschäftigt, werden künftig massiv zurückgefahren, die sozialpädagogische Betreuung wird ebenso wie die vielfältige Qualifizierung der Teilnehmer ersatzlos gestrichen. Damit trifft die Reform am härtesten die Menschen, die keine Alternativen zu den Arbeitsgelegenheiten in Zweckbetrieben haben. „Wie soll es weitergehen, Herr Brinkhaus?“, fragten vier unserer Maßnahmeteilnehmer stellvertretend für alle Betroffenen im Oktober den Bundestagsabgeordneten für den Kreis Gütersloh. Auch Ralph Brinkhaus räumte Versäumnisse bei der Instrumentenreform ein. Der Umgang mit der Langzeitarbeitslosigkeit sei bislang „noch nicht ordentlich gelöst“. Die Reform wird dennoch umgesetzt – und bedroht die Existenz aller gemeinnützigen Träger im Bereich der Arbeitsmarktintegration. Auch wir müssen nun kreativ nach Lösungen suchen und uns fit für eine schwierige Zukunft machen. Einen ersten Meilenstein erreichte Pro Arbeit jetzt durch die Zertifizierung der Trägerzulassung gemäß Anerkennungs- und Zulassungsverordnung Weiterbildung (AZWV). Diese offizielle Auszeichnung der Qualität, Effizienz und Transparenz unserer Organisation begreifen wir als Bestätigung, aber auch als Ansporn und Richtschnur für kommende Entwicklungen. Mithilfe unseres modernen Qualitätsmanagements wollen und können wir uns kontinuierlich selbst verbessern und so auch in Zukunft zuverlässig und erfolgreich arbeiten. Für Sie und alle anderen Menschen in der Region!

Ihre Brigitte Kaese