Aktuelles zu Arbeitslosenzentren und Arbeitslosenberatungsstellen
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Setzen sich für das Zebra ein: (v. l.) Ingrid Bäumer-Möhlmann, Bürgermeister Bernd Jostkleigrewe, Klaus-Joachim Heuser, Pro-Arbeit-Geschäftsführer Manfred Bockey, Benjamin Janz, Karin Cyrankiewicz und Rheda-Wiedenbrücks Sozialdezernent Eberhard Greufe
Wer arbeitslos ist, hat mehr als ein Problem. Sind Behördenbescheide über Zuschüsse korrekt? Wie und wo bewerbe ich mich um einen neuen Job, entwickele ich Selbstbewusstsein und halte soziale Kontakte aufrecht? Dies sind nur einige der Fragen, auf die Beratungsstellen Antworten geben können. Doch der Fortbestand vieler Einrichtungen ist ab dem 1. Oktober akut gefährdet. Das Land zahlt hierfür keine Zuschüsse mehr. "Die Betroffenen sind bestürzt", berichtet Inge Egert von der Gesellschaft für Arbeits und Berufsförderung (GAB) in Halle, die im Kreis Gütersloh auch Standorte in Harsewinkel, Steinhagen, Versmold und Borgholzhausen hat. Anträge bei Kreis und Stadt Gütersloh laufen, damit die Arbeit dort künftig voll weitergehen kann. 4,7 Millionen Euro hat die Landesregierung bisher pro Jahr für die rund 130 Beratungsstellen in NRW ausgegeben, Mittel aus dem EU-Sozialfonds. Diese, so ein Sprecher von Arbeits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU), seien pro Jahr von 160 auf 100 Millionen Euro gekürzt worden. Deshalb und um sich etwa auf die Förderung arbeitsloser Jugendlicher zu konzentrieren, habe sich das Land hier zurückgezogen. Laut Gesetz, so der Sprecher, "ist die Zuständigkeit für Arbeitslose eindeutig auf die Optionskommunen und die Argen übergegangen". Günter Garbrecht (SPD), Vorsitzender des Sozialausschusses des Landtags aus Bielefeld, schüttelt über die Entscheidung des Landes nur den Kopf. "Mir fehlen die Worte, wie das mit dem christlichen Menschenbild zu vereinbaren ist." Er ist überzeugt, dass durch die Kürzung "40 Prozent der Beratungsstellen ihre Arbeit einstellen müssen". Weitere könnten ihre Arbeit reduzieren müssen. "Was wir brauchen, ist eine trägerunabhängige Beratung von Menschen", so Garbrecht. Hierfür müsse man auch Geld in die Hand nehmen. So sieht es auch Manfred Bockey, geschäftsführender Vorstand des Vereins Pro Arbeit in Rheda-Wiedenbrück. "Wir sind alle fassungslos, warum man so was kaputtmacht", sagt er. Bockey hält gar 90 Prozent der Beratungsstellen für "akut gefährdet". Durch Spenden könne seine Einrichtung "bis Ende des Jahres auf kleiner Flamme weitermachen". Doch wenn bis dahin keine Zusagen über dauerhafte Zuschüsse von Kreis oder Arge Gütersloh vorlägen, "sieht es schlecht aus". Die meisten der von evangelischer Kirche oder Diakonie getragenenrund100 Beratungsstellen werden spätestens zum 1. Januar ihre Arbeit einstellen müssen. "Hier wird eine Hilfe für die betroffenen Menschen eingestellt, obwohl alle davon überzeugt sind, dass diese Hilfe gut und sinnvoll und auch effektiv ist. Aber keiner fühlt sich für die Finanzierung zuständig", so Alfred Buß, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen. In Paderborn finanzieren Stadt und Arge Betriebskosten und Personal für das Arbeitslosenzentrum Paderborn (Padalz). "Wir sind mit der Zusammenarbeit sehr zufrieden", sagt Bernhard Schäfer, Sprecher der Arge Paderborn. Er ist überzeugt davon, dass Ratsuchende eher in eine freie Beratungsstelle gehen als in eine behördenähnlich wirkende Einrichtung. Hans-Dieter Luerweg, Vorsitzender des Vereins Padalz, hält das Abwälzen von Aufgaben des Landes auf die Kommunen für "ganz gefährlich, weil sich das Land hier aus seiner Verantwortung zieht". Dieter Lindenblatt vom Arbeitslosenzentrum Bielefeld freut sich, dass die Stadt Bielefeld signalisiert hat, den Differenzbetrag der ausfallenden Zuschüsse zu übernehmen. Heidi Schaible und Lisa Görlitz von der Perspektive für Arbeitslose (GAB Bielefeld) und Ursula Groß-Lawan von der Arbeitslosenselbsthilfe Gütersloh hoffen auf einen guten Abschluss der Gespräche. Warum ihre Arbeit so wertvoll ist? "Weil wir die Einzigen sind, die sich wirklich für die Interessen der Arbeitslosen einsetzen."
103 000 Euro fehlen: Kreis und GT aktiv sollen helfen
Jürgen Jentsch entrüstet über aktuelle Landespolitik / Förderung entfällt ab 1. Oktober
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Zebra-Angebote nur bis zum Jahresende gesichert.

40000 Euro fehlen dem Verein Pro Arbeit Rheda-Wiedenbrück seit dem 1. Oktober, da das Land Nordrhein-Westfalen die Fördergelder für sämtliche Arbeitslosenberatungsstellen gestrichen hat. Das Team von Pro Arbeit hat deshalb jetzt Bürgermeister Bernd Jostkleigrewe im Rathaus eine Petition überreicht, um seinen Sorgen Ausdruck zu verleihen. „Von den 40000 Euro ist das Zebra mehr als abhängig“, erklärte Pro-Arbeit-Geschäftsführer Manfred Bockey. Das Zentrum für Beratung und Begegnung (Zebra) befindet sich im ersten Stock des Bahnhofsgebäudes. Dort bietet es unter anderem Unterstützung bei der Arbeitsplatzsuche, Weiterbildungsangebote und Berufswegplanung an. „Diese fruchtbare Arbeit ist für unsere Stadt wichtig und wertvoll. Sie muss in jedem Fall erhalten bleiben“, sagte Bürgermeister Jostkleigrewe. Für die Erhaltung und Förderung des Zebras setze sich die Stadt derzeit mit 26000 Euro jährlich ein. „Deshalb soll und kann die Stadt nicht Hauptadressatin für eine Kompensation der ausfallenden Gelder sein“, heißt es in der Petition. Die stark frequentierte Einrichtung könne sich durch zusätzliche Spenden bis Jahresende über Wasser halten und sämtliche Angebote des Zebras im gewohnten qualitativen Rahmen weiterhin anbieten, machte Bockey deutlich. Das sei auch nötig, da sich immer mehr Menschen Hilfe im Beratungszentrum holen würden. Dem Verein mit Hauptgeschäftsstelle an der Stromberger Straße 154 in St. Vit schwebt ein Zusammenwirken mehrerer Institutionen und öffentlicher Einrichtungen vor, um die 40000 Euro kompensieren zu können. Die Arbeitslosenberatung „GT aktiv“ und der Kreis Gütersloh hätten bereits deutlich gemacht, „dass eine volle Übernahme der ausfallenden Fördergelder in keiner Weise zu erwarten ist. Ein Argument mehr für eine Splittung“, sagte Bockey. Wenn bis Ende dieses Jahres keine Lösung für das Zebra gefunden sei, drohe dem Zentrum eine drastische Einschränkung der Angebote. Eventuell müssten auch die drei Vollzeitkräfte dann in anderen Bereiche des Vereins beschäftigt werden. Möglicherweise drohe ihnen sogar die Entlassung. Geschäftsführer Bockey betonte jedoch, dass lediglich das Beratungszentrum durch die Mittelkürzung in Gefahr sei. Die anderen Angebote des mittlerweile 21 Jahre alten Vereins, wie zum Beispiel die Fahrradwerkstatt im Rhedaer Bahnhof, seien nicht von der Mittelkürzung betroffen und somit nicht in ihrer Existenz bedroht
Niemand fühlt sich zuständig

Die Tür offen halten: Beratungsexperten Heidi Schaible, Lisa Görlitz,Dieter Lindenblatt und Ursula Groß
Lawan (v. l.).Förderung für Arbeitslosenzentren und -beratung gekappt
Kreis Gütersloh (mn). „Betroffen, bestürzt und schockiert“ haben die Arbeitslosenberatungsstellen und Arbeitslosenzentren im Kreis die definitive Streichung der Landesförderung zum 30. September aufgenommen. Sie hoffen nun, dass der Kreis Gütersloh und GT aktiv (Hartz IV) ab 2009 die fehlenden 103 000 Euro übernehmen. Manfred Bockey, Geschäftsführer des Vereins „Pro Arbeit“ in Rheda-Wiedenbrück, spricht von einer „großen Katastrophe“ für die arbeitslosen Menschen im Kreis. „Der Wegfall des elementaren Beratungs- und Informationsbereichs ist fatal.“ „Pro Arbeit“, die Arbeitslosenselbsthilfe Gütersloh und die Gesellschaft für Arbeit und Berufsförderung (Gab) in Halle unterstützen bisher mit drei Halbtagsstellen Arbeitslose in Gütersloh, Halle, Harsewinkel, Rheda-Wiedenbrück, Schloß Holte-Stukenbrock und Verl. Im vorigen Jahr seien 1017 Bürger im wegen komplizierter Gesetze und vieler Systemwechsel „nur schwer zu durchdringenden Dschungel Arbeitslosigkeit“ beraten worden, sagt Bockey. Und das äußerst erfolgreich und effektiv, wie die wissenschaftliche Begleitforschung gezeigt habe. Die Gefährdung dieses Tätigkeitsbereichs bedeute aber nicht, „dass die Einrichtungen in ihrer Gesamtexistenz akut bedroht sind“, stellt der „Pro Arbeit“-Geschäftsführer klar. Die drei Beratungsstellen und die zwei Arbeitslosenzentren (Rheda-Wiedenbrück und Gütersloh) haben bislang über das Land 103 000 Euro für Personalund Sachkosten erhalten. Das Arbeitsministerium hat den Wegfall der Förderung mit fehlenden Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds begründet und auf die Verantwortung der Kommunen und der Hartz-IVArbeitsgemeinschaften verwiesen. Bockey glaubt allerdings, dass andere Institutionen oder soziale Einrichtungen den Beratungsbedarf allein aus personeller Sicht nicht auffangen können. Deswegen hoffen die Einrichtungen auf finanzielle Unterstützung durch den Kreis und GT aktiv. Am 20. Mai hatten sich Vertreter der Beratungsstellen am Bahnhof in Rheda am landesweiten Protesttag gegen den Wegfall der Förderung beteiligt („Die Glocke“ berichtete).
Sorge um Gütersloher Arbeitslosenzentrum
Gütersloh/Düsseldorf (NW). Das nordrhein-westfälische Arbeitsministerium hat bislang für die Förderung der Arbeitslosenzentren- und beratungsstellen jährlich ca.4,6 Mio. Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) aufgebracht. Diese Förderung seitens des Landes soll nun ab Oktober gestrichen werden. Darauf einigte sich die CDU/FDP-regierte Landesführung NRW am Freitag.
Über diese politische Entscheidung zeigt sich der ehemalige Landtagsabgeordnete Jürgen Jentsch entsetzt und fürchtet zugleich das Aus für das Arbeitslosenzentrum in Gütersloh. „CDU und FDP lasse
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