Endlich wieder ein richtiger Job
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Hochzufrieden mit seiner Mitarbeiterin Mechthild Böckamp ist der Geschäftsführer von Pro Arbeit Oelde,Manfred Bockey. Mechthild Böckamps Ein-Euro-Job wurde in eine Teilzeitstelle umgewandelt |
Auf den ersten Blick ist Mechthild Böckamp eine Frau, wie sie in jedem Büro sitzen könnte: Sie ist stets freundlich und sehr fleißig – das bestätigt auch ihr Chef. Sie wirkt etwas scheu, das trägt aber eher zu ihrer angenehmen Erscheinung bei. Doch wer die Geschichte von Mechthild Böckamp kennt, der weiß, dass hinter dieser zarten Person ein Mensch mit großer Kraft stecken muss. Denn die 42-Jährige musste, beruflich wie privat, schon einige Hürden meistern. Seit einiger Zeit arbeitet die gelernte Friseurin beim Verein „Pro Arbeit“ in Oelde. Dort erledigt sie Büroarbeiten und organisiert Kontakte und Weiterbildungen für Erwerbslose, die bei Pro Arbeit beschäftigt und qualifiziert werden. Eine Welt, in der sich Mechthild Böckamp gut auskennt, denn bevor sie hier am Schreibtisch sitzen konnte, war sie selbst jahrelang arbeitslos. Nach ihrer Ausbildung arbeitete sie im Betrieb ihres Mannes mit, doch die Ehe scheiterte und die Frau hangelte sich mit einem Halbtagsjob durch. 2002 schulte sie um zur Bürokraft, doch kurz vor Ende der Maßnahme wurde sie krank – der Rücken machte nicht mehr mit. Ärzte erklärten Mechthild Böckamp für nur noch eingeschränkt arbeitsfähig – zusammen mit ihrer geringen Berufserfahrung im Bürosektor sanken ihre Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt damit gegen null. Fallmanagerin Michelle Zielke von der Arge fand dennoch, dass die Klientin keinesfalls ein hoffnungsloser Fall sei: „Frau Böckamp zeigte immer ein tolles Sozialverhalten. Sie war stets freundlich, außerordentlich engagiert und kooperativ. Ich wusste: Diese Frau kann trotz ihrer Handicaps ihre Nische finden.“ Also vermittelte die Arge Mechthild Böckamp den Bürojob bei Pro Arbeit zunächst als Brückenjob. Seit dem 1. Februar ist dieser in eine Teilzeitstelle umgewandelt, für den die Arge einen Beschäftigungszuschuss in Höhe von 75 Prozent zahlt. Das Programm „Jobperspektive“ bietet Menschen, die aufgrund persönlicher Umstände kaum mehr in den Arbeitsmarkt integriert werden können, durch Lohnkostenzuschuss und anteilige Übernahme der Sozialversicherungskosten durch die Arge eine Chance auf dauerhafte Beschäftigung. „Ich bin froh, dass ich wieder sagen kann, ich habe einen richtigen Job“, sagt Mechthild Böckamp. Der Geschäftsführer von Pro Arbeit, Manfred Bockey, fügt hinzu: „Für Menschen, die nicht mehr 100-prozentig leistungsfähig sind, ist der Beschäftigungszuschuss eine tolle Sache. Er gibt ihnen die Möglichkeit, am Arbeitsleben teilzunehmen, und für die Unternehmen sichert er ein Stück weit Kontinuität.“


