Arbeitsplätze dank Kombilohn
![]() |
| An die Arbeit machen sich die neuen Mitarbeiter (v. l.) Lidia Reim, Ellen Ananew, Ralf Enklaar, die GTaktiv Geschäftsführer Rolf Erdsiek und Fred Kupczyk und Pro Arbeit-Geschäftsführer Manfred Bockey. |
Kreis Gütersloh (gl). Nach den erfolgreichen Pilotversuchen in Ostwestfalen-Lippe und in ganz Nordrhein-Westfalen ist die Kombilohn-Förderung für Langzeitarbeitslose mit mehreren Vermittlungshemmnissen nunmehr bundesweit an den Start gegangen. Unter dem Aktionsnamen „Job-Perspektive“ sind seit einigen Monaten hohe Beschäftigungszuschüsse für Arbeitgeber möglich, die Langzeitarbeitslose mit mehreren Vermittlungshemmnissen einstellen. Ansprechpartner im Kreis Gütersloh ist GT aktiv. Bei der Einstellung von Langzeitarbeitslosen, die mangels Ausbildung und aufgrund weiterer Beeinträchtigungen sonst nach Einschätzung der betreuenden Fallmanager in den nächsten beiden Jahren keine Chance auf Arbeit hätten, können gefördert werden. Die anfallenden Personalkosten teilen sich der Arbeitgeber und GT aktiv. Dabei richtet sich der Prozentsatz der Förderung nach der Produktivitätsminderung des neuen Mitarbeiters. Im Rahmen dieser Kombilohn- Förderung ist eine anteilige Finanzierung der pauschalierten Brutto-Personalkosten von bis zu 75 Prozent möglich. Denkbar sind zunächst Arbeitsplätze in zusätzlich eingerichteten Diensten und Aufgabenbereiche sozialer Träger und nach Klärung einiger Rechtsfragen mit der EU ab dem 1. April auch Arbeitsplätze in der freien Wirtschaft, etwa im Zuarbeiter- und Helferbereich. Eine der ersten, die zusätzliche Arbeitsplätze nach dem neuen Programm geschaffen hat, ist der Verein Pro Arbeit in Rheda-Wiedenbrück. Geschäftsführer Manfred Bockey ist von der grundsätzlichen Richtigkeit dieses Modells überzeugt und hat in seiner Einrichtung gleich drei Menschen eingestellt. „Allerdings stellt der 25-prozentige Eigenanteil an den Personalkosten für Träger im gemeinnützigen Bereich eine höhere Hürde dar als in gewerblichen Unternehmen, in denen der Eigenanteil leichter erwirtschaftet werden kann. Volkswirtschaftlich rechnet sich dieses Programm jedoch allemal, da die Personen in sozialen Einrichtungen durchweg gesellschaftlich sinnvolle Tätigkeiten ausführen“, betont Manfred Bockey. Immerhin erhalten jetzt Ellen Ananew, Lidia Reim und Ralf Enklaar die Chance, im Rahmen eines sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisses ihre Erwerbslosigkeit zumindest vorübergehend zu beenden. Für zwei der neuen Beschäftigten bedeutet das nunmehr auch die vollständige Unabhängigkeit vom Arbeitslosengeld II. „Der Bund hat uns für die Beschäftigungszuschüsse im Jahr 2008 rund 1,6 Millionen Euro bereitgestellt. Damit können wir bis zu 160 Kombilohn-Arbeitsplätze fördern“, ermuntert der verantwortliche GT-aktiv-Bereichsleiter Rolf Erdsiek gemeinnützige Organisationen und gewerbliche Betriebe, bei Interesse einfach anzurufen. Ansprechpartner ist Gerd-Peter Lersch, 05241/ 2101185.


