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Bin froh, wenn Weihnachten wieder vorbei ist
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| Austausch im Café von Pro Arbeit: (v. l.) Gudrun Kramer (52) und Elke Büsse (44) leben von Hartz IV. Wenn andere zu Weihnachten Geschenke kaufen, müssen die Frauen zusehen, dass das Geld bis zum Monatsendeirgendwie reicht. |
Wenn andere Leute mal wieder mit dem Finger auf sie zeigen, fühlen sich Elke Büsse und Gudrun Kramer richtig schlecht. Sie seien doch selbst Schuld, dass sie von Hartz IV leben, ihren Unterhalt nicht selbst bestreiten können, heißt es dann. Besonders schlimm ist es in der Weihnachtszeit. Während andere Geschenke kaufen, überlegen die beiden Frauen, wie das Geld für Lebensmittel bis zum Ende des Monats reichen soll. Dabei ist die Situation der Frauen alles andere als selbst verschuldet. Elke Büsse (44) ist seit zehn Jahren mit ihren beiden Kindern (12 und 13) allein. Der Vater zahlt weder Unterhalt noch kümmert er sich um seinen Nachwuchs. Nach Abzug aller festen Kosten bleiben der kleinen Familie 400 Euro im Monat zum Leben. „Wir kommen gerade so über die Runden“, sagt Elke Büsse, die beim Verein Pro Arbeit einen Ein- Euro-Job macht. Sie hätte gern wieder ein festes Einkommen. Die Abhängigkeit vom Amt sei das Schlimmste, sagt sie. Auf Bewerbungen kamen bisher nur Absagen. „Wer stellt jemanden ein, der nur von 8 bis 15 Uhr arbeiten kann? Solche Stellen sind rar.“ Endlich wieder einen Job zu finden, das ist auch der Wunsch von Gudrun Kramer. Die 52-Jährige hat ebenfalls einen Ein- Euro-Job auf dem Recycling-Hof in Rheda. Ihr Traumberuf ist das nicht.
Aufgeben kommt nicht in Frage
Drei Frauen, drei Schicksale. Aufgeben kommt für keine in Frage. „Ich bewerbe mich weiter, irgendwann muss es klappen“, sagt Gudrun Kramer. Elke Büsse gibt die Hoffnung nicht auf, in Zukunft wieder ohne staatliche Unterstützung leben zu können: „Das wäre mein sehnlichster Wunsch.“ Und die Frau, die aus Angst davor, wieder schief angeguckt zu werden, ihren Namen nicht nennen mag, wird wegziehen: „Ich gehe nach Hessen zurück, da komme ich her. Meine Familie und die Bekannten fehlen mir.“ Und noch etwas wird sie mit viel Elan in Angriff nehmen. Ihre Tochter soll nach der Schule eine Ausbildung machen. „Es wäre furchtbar, wenn es ihr später genauso ergehen würde wie mir.“
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